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Dienstag, 31. Dezember 2013

Rückblick 2013

Und schon wieder ist ein Jahr vorüber. Es gab viele schöne Flüge, einiges zu lernen und zu entdecken, und der Hangar ist weiter gewachsen. Leider ist nicht alles davon hier im Blog gelandet, da ich die wenige Zeit doch lieber mit dem Hobby verbringe als darüber zu schreiben. Aber im Rückblick kann das eine oder andere doch noch kurz erwähnt werden.

Helicopter

Der Start in die Heli-Saison verlief noch recht durchwachsen. Der wieder aufgebaute Blade 450 X hielt durch falsch eingestelltes Zahnflankenspiel nur einen Vormittag. Bei einem Flugnachmittag mit Jan Peter auf dem Modellflugplatz in Ringingen traute ich mich nach langem Zögern mit dem erneut hergerichteten Heil dann doch wieder. Allerdings wurde ich gleich beim Start mit einem Umkipper belohnt und kam nicht einmal in die Luft. Über Ursache konnten wir beide nur rätseln. Die wahrscheinlichste Theorie ist, dass sich eine Kufe im Gras verhakt hat und es dadurch zum Unglück kam. Der Schaden war diesmal aber gering, mit Wellen und ein paar Servo-Getrieben war es getan. Doch das Vertrauen in Pilot und Technik war recht weit geschwunden. Allerdings ging es von da an aufwärts und der Blade verrichtet seit 81 Flügen ohne Zwischenfall seinen Dienst.
Der Blade mCP X diente als stressfreier und problemloser Mittagspausen-Heli und kam dieses Jahr auf 112 Flüge. Vor Kurzem wurde er gewartet und bekam eine neue Haube spendiert. Seit einigen Flügen macht er mir allerdings doch Sorgen: Das Hochlaufen des Motors wird häufig kurz unterbrochen bis er letztlich die Ziel-Drehzahl erreicht. Bisher verliefen die Flüge unauffällig, nicht jedoch der letzte. Nachdem der Motor während des Flugs ausging, wurde durch den Sturz auf Teer das Landegestell angeknackst. Eine genauere Analyse des Motor-Problems steht noch aus.
Das Interessanteste im Heli-Bereich war dieses Jahr sicherlich Ende September der Neuzugang meines aktuell größten Modells, dem T-Rex 550. Die ersten 11 Flüge sind absolviert, und ich bin immer noch davon begeistert, wie viel erwachsener sich der Heil im Vergleich zum Blade 450 X anhört und fliegt.

Multicopter

Im zurückliegenden Jahr habe ich den Einstieg in die Welt der Multicopter gewagt. Hierfür habe ich mich für das Tricopter-Design von David Windestål entschieden, der zusammen mit den anderen Jungs von FliteTest coole Dinge damit anstellt. Die Idee dahinter war, mal etwas anderes selbst zu bauen als nur Flugzeuge. Zum anderen wollte ich damit eine Verknüpfung zu meinem anderen Hobby - der Fotografie - herstellen und eine Plattform für Luftaufnahmen schaffen.
Die Startschwierigkeiten hatte ich ja im Post über den Aufbau beschrieben. Mittlerweile fliegt das Teil aber recht ordentlich. Seither gab es nur noch einen Zwischenfall, bei dem ich den Heckpropeller im Flug verloren hatte. Hierbei machte der Tricopter dann aus einer Höhe von vielleicht vier Metern einige Flips, um direkt auf den Landebeinen im weichen Acker aufzusetzen. Es waren also keinerlei weitere Schäden zu beklagen.
Mit der im Oktober angeschafften GoPro Hero 3 Black Edition machte ich bereits erste Versuche, an schöne Luftaufnahmen zu kommen. Beim ersten Flug nach der Montage der Kamera zuckte der Copter allerdings bereits beim Schweben unregelmäßig mit dem Heck nach oben, was sich aber durch das Reduzieren des P-Parameters im Flugcontroller beheben ließ. Aktuell experimentiere ich noch mit der vibrationsarmen Befestigung. Das direkte Anbringen der nackten Kamera mittels Klebeband auf dem Akkubrett funktioniert schon recht gut, ist mir aber zu heikel, da ich die Kamera lieber im Schutzgehäuse mitfliegen lassen möchte.
Das Thema FPV ist bereits angedacht, sowohl Video-Sender als auch -Empfänger liegen bereit. Vermutlich wird es aber zunächst die "kleine Lösung" mit einem 4.5" Monitor, um nicht gleich in eine Videobrille investieren zu müssen.

Flugzeuge

Auch im Flächenbereich hat sich einiges getan. Nach dem "interessanten" Einstieg ist der Floater Jet irgendwie zu meinem Immer-Dabei Modell geworden. Er ist recht unkompliziert und lässt sich sogar noch bei ordentlichem Wind fliegen (auch wenn dann der Spaß etwas nachlässt). Die Flugzeit ist zudem sehr üppig: Bei einer Motorlaufzeit von 6 Minuten Vollgas kann man locker eine halbe Stunde in der Luft bleiben. Durch seine einsteigertauglichen Flugeigenschaften konnte ich schon den einen oder anderen (inklusive Frau und Sohn) per Lehrer-Schüler-Betrieb mit dem Hobby bekannt machen. Sogar mit aufgeschnallter GoPro fliegt sich der FloaterJet noch ganz ordentlich.
Es gab auch Neuzugänge: In den Osterferien entstand der FT Old Fogey. Der Flieger ist sehr gemütlich und hat ein tolle Flugbild. Allerdings ist er aufgrund mangelnder Robustheit nicht unbedingt für Lehrer-Schüler-Flüge geeignet. Gerade die Nasenpartie ist zu empfindlich. Bei einem erneuten Bau würde ich hier einfach eine zweite Lage Depron an der Innenseite der Seitenwände im Nasenbereich aufdoppeln, was hier enorme Vorteile bringen dürfte. Momentan steht der Old Fogey zur Instandsetzung bereit: Bei einem gewagten Flugmanöver ist er mir senkrecht im Weizenfeld runtergekommen, wobei die Tragfläche abgeknickt ist. Eine spontane Feldreparatur war nicht erfolgreich, denn beim nächsten Flug hob er nach einer Minute die rechte Tragfläche nach oben und trudelte wie ein sterbender Schwan zu Boden…
Apropos Instandsetzung, auch der Pterodactylus wartet auf etwas Zuwendung. Durch die im Laufe der Zeit unvermeidbaren Bodenkontakte wurde die Nase immer weiter gestaucht, so dass ich die Neigung zum Hochziehen beim Gasgeben verstärkt hat und er mittlerweile ganz schön zickig zu fliegen ist. Da bei der letzten harten Landung die Seitenwände des Rumpfes beschädigt wurden, plane ich neue anzufertigen und hierbei gleich den Motorsturz zu korrigieren und so ein neutraleres Flugverhalten zu erreichen.
Mit der letzten Bastelaktion erfolgte dieses Jahr auch der Einstieg in den Themenbereich Hangflieger. Mangels Wind liegt der Revert allerdings momentan im Keller und wartet auf die nächsten Flüge.
Der letzte Neuzugang besteht aus Jan Peters Wing Wing. Dieser fand mit einem Regler-Problem den Weg in meinen Hangar und wartet nun darauf, wieder aufgepäppelt zu werden.

Technik

Bedingt durch die größeren Akkus des 550er T-Rex musste meine Ladetechnik dringend ein Update erfahren. Seit Weihnachten füllt nun ein Robbe Power Peak Twin 1000W meine LiPos. Das Gerät war eine gute Investition, denn damit lassen sich gleich zwei Akkus in überschaubarer Zeit laden. Zudem arbeitet der Balancer wesentlich genauer als bei meinem Hype X7 Plus (einem Imax B6AC Clone). Derzeit wird der neue Lader noch von einem geliehenen 40A Netzteil versorgt, aber ich plane schon, etwas in Richtung Server-Netzteil anzuschaffen. Am Grübeln bin ich noch, ob es ein einzelnes mit 12 Volt oder zwei in Reihe geschaltete Geräte mit 24 Volt werden sollen.

Statistik

Auch in diesem Jahr habe ich sämtliche Flüge wieder mittels der Android App Flight Log erfasst. Was mich erstaunt hat: Im Monat November habe ich (wohl wetterbedingt) keinen einzigen Flug absolviert.







Die Zeiten beim Floater-Jet dürften um ein Vielfaches höher liegen, da hier nur die Motorlaufzeit erfasst wurde.

Fazit

Nach dem Einstiegsjahr 2012 ging es im vergangenen Jahr konsequent weiter. Fliegerisch konnte ich mehr Sicherheit erlangen und einiges dazulernen, und auch auf der technischen Seite gab es viel Neues. Der Spaß am Hobby hat kein bisschen nachgelassen, und ich freue mich schon auf viele tolle Flüge in der kommenden Saison.

Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg in 2014!

Freitag, 5. Juli 2013

Hangflug am Gardasee

Irgendwie hatte ich es geschafft, den AXN Floater-Jet noch in das mit Urlaubsgepäck gefüllte Auto zu bekommen. Vor Abreise in ich bei Recherchen nach interessanten Flugmöglichkeiten am Gardasee auf den Monte Baldo gestoßen, der bei Seglern recht beliebt ist. Da dieser von unserer Unterkunft aus jedoch eine größere Reise bedeutet hätte, kam ich bei weiteren Nachforschungen vor Ort auf die Ruine Rocca di Manerba in der Nähe von Saló, was ganz gut zu unserem sonstigen Urlaubsprogramm passte.

Am Parkplatz angekommen, wagten wir als Familie den Aufstieg, um uns die Ruine anzusehen. Da ich mir zunächst einen Überblick über die Gegebenheiten verschaffen wollte, ließ ich den Flieger noch im Auto - was ich sogleich bereute, da der Aufstieg durchaus als steil bezeichnet werden kann. Oben angekommen wird man für die Mühe jedoch entschädigt, da man einen fantastischen Ausblick auf den südlichen Gardasee erhält:



Knapp unterhalb der Ruine gibt es eine Wiese mit Bäumen, auf der ich mir eine Landung zutraute. Also beschloss ich, den Flieger zu holen und das Thema Hangflug zu wagen. Ich hatte diesbezüglich bisher noch keinerlei Erfahrung, jedoch hat der Floater-Jet ja einen Motor, so dass ich mich nicht auf das alleinige Ausnutzen des Aufwinds verlassen musste. So warf ich den Flieger mutig über die Hangkante und merkte sofort, dass sich der Motorsegler (wie auch zuhause) eigenständig drehte, um mit dem Wind zu fliegen. Da es dort durchaus Wind gab, hatte ich gut zu tun, den Flieger nach meinen Wünschen zu kreisen.
Nach kurzer Zeit kam es mir vor, als ob sich das Motorgeräusch änderte, und der Floater-Jet wurde noch schwerer beherrschbar. Ich schaffte es nicht mehr, Höhe zu gewinnen, und so versuchte ich, grob geschätzt 100 Höhenmeter unterhalb des Startpunkts an einer möglichst übersichtlichen Stelle zu landen. Das erwies sich als gar nicht so einfach, da man die Höhe des Fliegers nur sehr schwer einschätzen konnte und noch etliche Kreise fällig waren, bis der Grund näher kam. Leider konnte ich die genaue Landestelle nicht ausmachen, da sie sehr nahe am Hang lag und zudem Gebüsch meine Sicht behinderte.



Ich versuchte, mir die vermutete Position anhand der Vegetation auf den Feldern einzuprägen und machte mich - unterstützt von Google Maps - mit der gesamten Familie auf die Suche nach dem Ausreißer. Mit dem Auto konnte man die Stelle leider nicht erreichen, so dass ich das letzte Stück zu Fuß zurücklegen musste. Als ich im vermeintlichen Zielgebiet ankam, startete ich per Fernsteuerung den Motor und konnte - unglaublich, aber wahr - den Floater-Jet beim ersten Versuch hören und sogar auch sehen. Er war in einem Busch in ca. 3,50 Meter Höhe direkt am Fuß des Hangs hängen geblieben:


Das hätte wesentlich schlimmer ausgehen können! Doch durch Rütteln an den Ästen war leider nichts zu machen, der Motorsegler steckte fest. Erst als ich selbst ein Stück nach oben kletterte, zeigte das Rütteln Wirkung und der Flieger löste sich endlich. Eine anschließende genauere Begutachtung zeigte, dass eine Haubenhalterung vom Akku beim Sturz aus dem Busch herausgerissen wurde, was sich mit wenigen Tropfen Sekundenkleber reparieren lies. Zudem fiel mir auf, was die eigentlichen Probleme verursachte: Der Propeller fehlte! Somit habe ich einen weiteren wichtigen Punkt für meine Pre-Flight Checkliste ausgemacht: Verschraubung des Props prüfen.

Ich bin jedenfalls froh, dass mein kurzes Gebet Wirkung zeigte und ich den Flieger fast unbeschadet wiederfinden konnte. Ein Totalverlust wäre aufgrund des gut gebrauchten Zustands zwar finanziell kein großer Schaden gewesen, hätte aber doch ganz ordentlich auf die Urlaubslaune gedrückt.

Sonntag, 27. Januar 2013

Erstflug Floater-Jet: Nie wieder...

Da heute zeitweise sogar die Sonne zwischen den Wolken durchblinzelte, wagte ich mich daran, den AXN Floater-Jet, den ich kürzlich von Jan Peter bekam, zum Erstlug auszuführen. Also Flieger zurechtgemacht, Kinder eingepackt und raus in die Kälte. Bis wir soweit waren, war aus dem zarten Lüftchen am Morgen ein durchaus wahrnehmbarer Wind geworden.

An LiPos hatte ich nur 2200er 3s für den Floater-Jet zur Hand, aber damit lag der Schwerpunkt etwas vor der Vorgabe. Nicht ganz optimal, aber einen Versuch wert. Vor dem Start noch kurz die Servos inkl. Wirkrichtungen gecheckt. Bei etwa Halbgas bekam der Flieger einen Schubs und zog nach einem kleinen Durchsacker schön nach oben. Sehr schnell wurde mir bewusst, dass die Lageerkennung heute alles andere als gut war. Hinsichtlich des Flugverhaltens fiel mir auf, dass der Floater-Jet auf Querruder nicht allzu motiviert reagierte, auf Höhe allerdings schon. Es dauerte nicht lange, dass ich den Flieger aufgrund der Entfernung nur noch immer wieder mal sehr kurz erkennen konnte. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, dass ich den Motor abstellte und mich auf eine größere Suchaktion einstellte. Etwa 10 lange Sekunden später tauchte das Modell jedoch als kleiner Punkt vor dem dunklen Waldstück wieder auf. Es gelang mir, den Floater-Jet wieder auf Heimatkurs zu bringen und unbeschadet zu landen.

Die reale Sicht war nur minimal besser als im folgenden Video. Damit's nicht allzu langweilig wird, habe ich etwa eine Minute Suchbild rausgeschnitten.



Zum Entspannen holte ich noch meinen schwarz-rot lackierten Pterodactylus raus. Obwohl er um einiges kleiner als der Floater-Jet ist, ist die Sichtbarkeit um Längen besser. Vor dem Mittagessen konnte ich noch zwei problemlose Füge absolvieren.



Note to self: Nie wieder in schneebedeckter Landschaft bei bedecktem Himmel mit einem weißen Flieger raus!